TramTrain - Die Fahrzeuge & Das Baukastensystem
Die TramTrain-Fahrzeuge sind modulare, barrierefreie Stadtbahnfahrzeuge (Light rail), die speziell für die Verbindung des Stadtzentrums umsteigefrei mit dem Umland entwickelt wurden, um den Fahrgästen eine komfortable und umsteigefreie ...
Eigenschaften der TramTrain-Fahrzeuge:
Die TramTrain-Fahrzeuge sind modulare, barrierefreie Stadtbahnfahrzeuge (Light rail), die speziell für die Verbindung des Stadtzentrums umsteigefrei mit dem Umland entwickelt wurden, um den Fahrgästen eine komfortable und umsteigefreie Fahrt zu bieten. Diese Zweisystem-Stadtbahnen können auf Strecken mit 750 V Gleichstrom und auf mit 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom fahren. Sie können aufgrund ihrer Eigenschaften sowohl als Straßenbahnen oder als Eisenbahnfahrzeug eingesetzt werden.
Jedes Zweirichtungsfahrzeug hat drei Wagenteile und vier Drehgestelle. Der Zugang zum Fahrzeug ist an 550-mm-Bahnsteigkanten barrierefrei. Vier Türen auf jeder Seite ermöglichen schnelles Ein- und Aussteigen. Der Innenraum bietet 94 komfortable Sitzplätze (teilweise mit Klapptischen und Armlehnen) und 134 Stehplätze. Der helle, geräumige, stufenlose und klimatisierte Fahrgastraum verfügt über einen großen Mehrzweckbereich mit Platz für Fahrräder und Kinderwägen sowie zwei reservierte Bereiche für Rollstuhlfahrer in Queraufstellung.
• 94 Sitzplätze und 134 Stehplätze (2 Rollstuhlplätze) • 2-Systemfahrzeug (750 V DC in der Stadt und auf der LILO-Strecke und 15 kV 16,7 Hz zur Fahrt im ÖBB-System) • Moderne Zugsicherungssysteme zur Fahrt auf ÖBB- und Regionalbahnstrecken • Stufenlose Einstiege mit selbstständig ausfahrendem Schiebetritt (an Bahnsteigen der Regional-Stadtbahn, der ÖBB und bei den modernisierten Haltestellen der LILO) • Komfortable Bestuhlung • Klimaanlagen für Fahrerplatz und Fahrgastraum • Mehrzweckbereiche für Fahrräder, Kinderwägen, Rollstühle • USB-C-Steckdosen • Barrierefreies, geschlossenes Toilettensystem • LED-Innen- und Außensignalisierung und -beleuchtung • Videokameras zur Innen- und Außenbeobachtung • Brandmeldeanlage • Batterie-Notfahrt für Werkstätten und kleine Störungen
VDV-TramTrain-Baukastensystem
Das VDV-TramTrain-Projekt basiert auf einem standardisierten, modular aufgebauten Baukastensystem, das den sechs beteiligten Verkehrsunternehmen ermöglicht, Fahrzeuge auf einer gemeinsamen technischen Plattform zu beschaffen und dennoch individuell an ihre betrieblichen Anforderungen anzupassen. Zur Sicherstellung der unterschiedlichen Anforderungen der beteiligten Partner wurde ein Grundmodell konstruiert, welches in weiterer Folge in mehreren Varianten ausgebaut wird.
Zentrale Merkmale des Baukastensystems sind:
1. Einheitliche technische Plattform
Alle Fahrzeuge basieren auf derselben Grundplattform – beispielsweise 37 m Länge, 2,65 m Breite und eine modulare, barrierefreie Citylink‑Fahrzeugarchitektur.
2. Modulare Ausstattung für unterschiedliche Betreiberanforderungen
Trotz Standardisierung können die Fahrzeuge betreiberspezifisch konfiguriert werden – etwa bei Mehrzweckbereichen, Innenraumgestaltung, technischen Systemen oder Zulassungsanforderungen
3. Kostenvorteile durch große Stückzahlen
Der Baukasten ermöglicht gemeinsame Beschaffungsabläufe, wodurch signifikante Skaleneffekte entstehen. Höhere Stückzahlen, einheitliche Komponenten und lange Verfügbarkeiten reduzieren die Fahrzeuggesamtkosten deutlich.
4. Vereinfachte Instandhaltung über Jahrzehnte
Durch standardisierte Baugruppen ist eine langjährige, effiziente Instandhaltung möglich – der Rahmenvertrag umfasst bis zu 32 Jahre Zusammenarbeit.
5. Zukunftsorientierte Weiterentwicklung
Das Baukastensystem fördert technologische Innovation und schafft eine gemeinsame Grundlage für Verbesserungen in Komfort, Zugänglichkeit und Energieeffizienz – ein zentraler Bestandteil des VDV‑Standardisierungsansatzes.
Personal und Fahrgäste im Fokus der Fahrzeugentwicklung
Besonderer Fokus wurde während der Entwicklung daraufgelegt, dass das Fahrzeug nicht nur den Fahrgästen bestmöglichen Komfort bietet, sondern auch optimal auf die Bedürfnisse der Fahrerinnen und Fahrer abgestimmt ist. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem ergonomische Aspekte, eine übersichtliche Anordnung der Bedienelemente, die blendfreie Sichtbarkeit der Monitore sowie die Sichtverhältnisse aus dem Fahrerstand.
Umfangreiche Tests, u.a. an Mock-ups, stellten für die Bestellorganisationen sicher, dass Fahrzeuge entstehen, die den Anforderungen und Erwartungen beider Gruppen in jeder Hinsicht gerecht werden – von der ergonomischen Gestaltung bis hin zur Bedienbarkeit.
Intensive Testphase startet
Neben Hebe- und Aufgleiserprobungen – bei denen ein entgleistes Fahrzeug simuliert und mithilfe von Eingleiswerkzeugen wieder korrekt auf die Schienen gesetzt wird – werden auch Bremsmessfahrten sowie Not- und Zwangsbremsmanöver durchgeführt. Zudem werden die Funktionstüchtigkeit der WC-Anlagen sowie das Zusammenwirken der Ver- und Entsorgungssysteme überprüft. Störstrommessungen, elektromagnetische Verträglichkeitstests und weitere technische Prüfungen ergänzen das umfangreiche Testprogramm. Verlaufen die Tests wie erwartet positiv und schreitet das Genehmigungsverfahren zügig voran, steht einer fahrplanmäßigen Jungfernfahrt spätestens 2027 auf der LILO nichts mehr im Wege.
Medieninformation: Schiene OÖ GmbH & Co KG | Bilder: Stadler | Ergänzungen: in-motion.me